Sie befinden sich auf dem Hauptinhalt

Heiße Schokolade, Bicerin und Risorgimento-Süßigkeiten wie das "Garibaldi"-Gebäck: Mit diesem für das Haus Savoyen typischen Snack feiern die Turiner Cafés das 150-jährige Jubiläum der italienischen Einigung.

In Turin feiert man die vesucherische Seite der Vereinigung Italiens: einige Cafés bieten mit Kellnern in Kostümen des 19. Jahrhunderts den königlichen Imbiss des Hauses Savoyen an: eine Tradition, die im 18. Jahrhundert entstand, um den savoyischen Hof mit einer Tasse heißer Schokolade zu erheitern, die von Torcetti, Savoiardi und Canestrelli-Keksen begleitet wurde, und die sich unter der Herrschaft von Viktor Emanuel II. dem Wind des Risorgimento öffnete. Vor allem dank des Bicerin, einem Getränk aus Espresso, Schokolade und Milchcreme, begannen die Damen die verschiedenen Cafés, die damals nur von Männern besucht wurden, zu besuchen und verwandelten sie in lebhafte Gesellschaftssalons.

Zum Bicerin, das ausschließlich im Glas serviert wurde, gab es Gebäck wie das Chifel (ähnlich dem Wiener Croissant), das Foré (ein Krapfen), die Brioche mit oder ohne Fenchel und das kleine, krümelige Parisien. Der königliche Imbiss, der bis dahin nur dem Adel vorbehalten war, wurde dann zur Gewohnheit des Turiner Bürgertums, das ihn mit Noaset (Haselnüssen aus Chiavasso) und zwei Hommagen an den Helden der zwei Welten anreicherte: der Garibaldin (eine Scheibe Schwarzbrot) und das Garibaldi-Gebäck aus Mürbeteig, gefüllt mit Rosinen und Aprikosenmarmelade.
Diese Tradition verfolgte die Savoyer bis in die neuen Hauptstädte des vereinigten Italiens, Florenz und Rom, da der Hofkoch Giovanni Vlaiardi dem Umzug des Hofes folgte.

Artikel veröffentlicht auf